«Industrie 4.0: Löst Technologie alle Produktionsprobleme?»

Fünf Fragen, fünf Antworten – ein Video: Sven Friedli, CIO der Bell Food Group und Christoph Koch, CTO von Cisco Schweiz, über Technologie in der Industrie, über die anstehenden Herausforderungen und über die neue Rolle der IT-Abteilung in Industrie.

Die Industrie unter Druck: Produktionsengpässe, Rückrufe und Katastrophen führen zu grossen Herausforderungen. Ist Industrie 4.0 – und damit Technologie – die Lösung? 

Leere Regale, steigende Kosten für Rohstoffe und Abhängigkeiten von anderen Ländern, neue Konsumententrends, kürzere Product Lifecycles und jetzt auch noch die Inflation als Kostentreiber: Die Industrie muss sich immer wieder neu erfinden. 

Frage 1

Welche dieser fünf Problempunkte der Industrie sind die schmerzhaftesten derzeit?

  • Abhängigkeit von fossiler Energie aus problematischen Ländern 
  • Kostendruck
  • Mangelhafter Digitalisierungsgrad 
  • Fehlende Innovationskultur
  • Jokerantwort

Christoph Koch: Ganz klar, der Joker: Fachkräftemangel ist schmerzhaft für die Industrie. Die Digitalisierung über die ganze Kette vom Rohstoffproduzenten bis zum Konsumenten schaffen – mit Mehrwerten und Gewinnen für alle Akteure – das setzt einen grossen Willen zur Veränderung voraus und ein starkes Verständnis für die IT auf der Business- und fürs Business auf der Seite der IT. 

Sven Friedli: Sicher sind wir auch in der Lebensmittelbranche von fossiler Energie abhängig und auch die Explosion der Rohstoffpreise sowie die mangelnde Verfügbarkeit innerhalb der Lieferketten schmerzen uns. In unserem dünnmargigen Geschäft hilft es, mit einer offenen Datenkultur Transparenz zu schaffen, wie sich die Preisentwicklung unserer Rohstoffe und Produkte gestaltet. Dies schafft Verständnis bei unseren Kunden, wenn wir Preiserhöhungen einfordern müssen. Transparenz über Herkunfts- und Qualitätsinformationen in den End-to-End-Lieferketten ist auch ein Bedürfnis unserer Konsumentinnen und Konsumenten. Auch in diesem Umfeld bietet die voranschreitende Digitalisierung grosse Chancen. 

Frage 2

Welche dieser fünf Menschen sind oder waren wichtig für die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0? 

  • Elon Musk 
  • Jeff Bezos 
  • Tim Berners-Lee 
  • Vitalik Buterin
  • Jokerantwort 

Christoph Koch: Jeff Bezos, ganz eindeutig. Er hat das Physikalische des Geschäfts mit dem Digitalen kombiniert und hat die ganze Kette mitgeprägt, mit allen Elementen wie automatischen Lagern und AWS. Bezos ist ein Pionier. 

Sven Friedli: Da stimme ich dir zu. Amazon hat in der End-to-End-Supply-Chain viel geleistet, ein breites Ökosystem errichtet und ist für mich ganz klar ein Pionier der Industrie 4.0.

Christoph Koch (links) und Sven Friedli (rechts) im angeregten Gespräch: Bei der Bedeutung von Jeff Bezos herrscht Einigkeit, bei den Megatrends für Industrie 4.0 gehen die Meinungen auch einmal auseinander (Quelle: Still aus Video unten).

Frage 3

Welche dieser fünf Technologien, Prinzipien bzw. Plattformen sind für Industrie 4.0 entscheidend? 

  • Mensch-Roboter-Kollaboration 
  • Losgrösse 1
  • EDGE Computing 
  • KI und AR 
  • Smart Factory 

Sven Friedli: Die Smart Factory ist eine sich selbst organisierende Produktion und Logistik. Wir sind weltweit noch lange nicht so weit, dass alle technologischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Ich denke gerade in den gesättigten Industriestaaten ist dies ein wichtiger Faktor, um auf dem Markt kompetitiv zu bleiben und qualitativ hochwertige Produkte zu fairen Preisen anzubieten. 

Christoph Koch: Entscheidend ist der Umgang mit Daten, also die Künstliche Intelligenz, Augmented Reality ist für mich damit verbunden, jedoch weniger entscheidend als der durch die Daten erzielte Mehrwert. Die zunehmenden Datenmengen führen auch schnell zum Thema EDGE Computing. Es braucht immer mehr Leistung vor Ort.

Film ab: Industrie 4.0 und welche Chancen die Technologie für den Schweizer Standort bedeutet!

Sven Friedli von Bell Food Group und Christoph Koch von Cisco Schweiz diskutieren über Industrie 4.0. und was die Technologie für den Produktionsstandort Schweiz bedeutet.

Serie «Kochkunde» – Meinungsmacher mit Format
Christoph Koch diskutiert regelmässig mit Experten, wo für Unternehmen die Chancen der Digitalisierung liegen. Damit der Brückenschlag von der IT zum Business gelingt (und umgekehrt), braucht es klare Visionen – und gegenseitiges Verständnis. Beide werden in dem unterhaltsamen Format «Kochkunde» entwickelt – partnerschaftlich und realistisch.

Bisher erschienen: Zukunftssicherheit – was bedeutet das?

Frage 4

  • Vegan Food
  • Sustainability auf Energie-Ebene
  • New Work / Smart Collaboration
  • Deglobalisierung
  • Jokerantwort 

Sven Friedli: Der Trend zu vegetarischen Mahlzeiten betrifft uns sicher und eröffnet uns ein neues Wachstumsfeld – Die Bell Food Group hat sich über die letzten 15 Jahre als Lebensmittelproduzentin breit aufgestellt – und verpasst auch diesen Trend nicht. Heute erzielen wir über ein Fünftel unseres Umsatzes mit vegetarischen Produkten. 

Christoph Koch: Die Lieferketten sind unter Druck, die Gründe kennen wir. Darum ist die Deglobalisierung der wichtigste Einflussfaktor der nächsten Jahre. Wir müssen Produktionsprozesse wo immer möglich in die Schweiz holen und unsere Abhängigkeiten verringern. Das gelingt auf einer industriellen Technologieplattform, die exakt Kundenbedürfnisse erfüllt, die Kosten reduziert und weitgehend automatisiert ist.

Frage 5

Was braucht Ihre IT, um Ihr Business noch besser zu unterstützen?

  • Sicherere Netzwerke mit geringster Latenz
  • Fachkräfte in den Bereichen …
  • Skalierbares Computing
  • 3D-Printing als Service zu tieferen Kosten als heute
  • Nähe

Christoph Koch: Fachkräfte, Fachkräfte und noch einmal Fachkräfte. Es braucht IT-Mitarbeitende, die sich mit dem Business mehr als mit der Technologie beschäftigen – und darüber hinaus fähig sind IT und OT zu verschmelzen und die Security mit hineinzupacken. Es braucht Fachkräfte im ganzen Spektrum, die auf Produktionsseite für eine Plattform sorgen, auf der jeder Prozess End-to-End ineinandergreift und einen hohen Individualisierungsgrad der Massenproduktion ermöglicht.

Sven Friedli: Es braucht Menschen, die fähig sind, ihre technische Expertise in die Sprache des Business zu übersetzen. Wir müssen ihnen erklären, was für neue Chancen die Digitalisierung uns bietet und welchen (auch kulturellen) Change dies erfordert. Anders gesagt: Es braucht die Fähigkeit zum Dialog in der IT, mit dem Business, um gemeinsam die nächsten Schritte zur Industrie 4.0 zu machen. 

Dieser Artikel auf «Scale it» erscheint in Zusammenarbeit mit Cisco Schweiz. Der Werbepartner ist die führende Anbieterin von Cloud-Technologie und Security-Services. Der Beitrag ist ist gemäss den redaktionellen Richtlinien von «Scale it entstanden.

Experten: 
Sven Friedli, CIO Bell Food Group
Christoh Koch, CTO Cisco Schweiz AG
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